Soorsi Poscht

Die Zeitschrift der SP Sursee und Umgebung

24. Nov. 25

Was das CO2-Gesetz über den Nachtzug nach Malmö sagt

«Hauptsache, der Nachtzug fährt»

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Als Deutschlehrer werde ich häufig mit dem Eindruck konfrontiert, dass das Leseverständnis auch bei Muttersprachlern kontinuierlich abnimmt. Dies scheint mir allerdings nicht nur bei Jugendlichen auf der Sekundarstufe der Fall zu sein, sondern auch bei Bundesparlamentariern. Speziell an den Letztgenannten ist, dass sie sogar Gesetzestexte nicht zu verstehen scheinen, welche sie selbst mitverfasst haben. So steht im revidierten CO2-Gesetz, wie die «Erlöse aus der Versteigerung der Emissionsrechte für Luftfahrzeuge» eingesetzt werden: nämlich erstens «für Massnahmen zur Förderung des grenzüberschreitenden Personenfernverkehrs auf der Schiene, insbesondere für die Förderung von Nachtzügen». Und zweitens «für Massnahmen zur Verminderung von Treibhausgasemissionen im Luftverkehr, insbesondere für die Entwicklung und Herstellung von erneuerbaren synthetischen Flugtreibstoffen».

Für die Nachtzugverbindungen sind dabei «höchstens 30 Millionen Franken pro Jahr» vorgesehen. Bereits im letzten Jahr hat das Parlament mit frommen Sparabsichten das Budget der Nachtzüge um 20 Millionen Franken gekürzt. Blöd nur, dass der Gesetzestext keine Rückführung dieser gekürzten Mittel in den allgemeinen Bundeshaushalt zulässt und die 20 Millionen automatisch in die Kassen der Airlines wanderten, was bereits am 27. März 2025 eine WOZ-Recherche aufgedeckt hat. «Macht den gleichen Fehler nicht zweimal», ist ein weiterer Satz, welchen ich nur zu gut aus dem Schulalltag kenne und den ich jenen bürgerlichen Parlamentariern zurufen möchte, welche dieses Jahr nun auch die verbleibenden 10 Millionen für die Nachtzugstrecke nach Malmö «einsparen» wollen.

Damian Troxler

24. April 25

Wasser – Wie sauber ist es wirklich?

Wir Schweizerinnen und Schweizer sind stolz darauf, dass wir unser Leitungswasser bedenkenlos trinken können. Unsere Bäche, Flüsse und Seen wirken auf den ersten Blick sauber. Doch wie steht es tatsächlich um die Wasserqualität?

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Der Monitoringbericht der Eidgenössischen Wasserforschungsanstalt zeigte im letzten Jahr alarmierende Ergebnisse: An über der Hälfte der Messstellen wurden die Grenzwerte für Pestizidrückstände überschritten. In fast allen Bach- und Flussgewässern wurden die Vorgaben des Bundes nicht eingehalten. Anstatt die bestehenden Vorschriften durchzusetzen, plant der Bundesrat nun, die Grenzwerte zu lockern – ein Schritt, der bei Fachleuten Empörung und Unverständnis auslöst. Umweltfachmann Georg Odermatt erklärt dazu: «Die Abbauprodukte vieler Pestizide sind sehr langlebig und können Jahre später noch toxisch für Mensch und Tier wirken.» Es darf nicht sein, dass Umweltziele einfach angepasst werden, wenn man sie nicht erreicht – zumal diese Ziele dem Schutz der ganzen Bevölkerung dienen sollten.

Besorgniserregend ist auch die Situation in den Mittellandseen, dem Hallwilersee, dem Baldeggersee und dem Sempachersee. Diese Seen werden seit über 40 Jahren künstlich belüftet, um Sauerstoffmangel im Tiefenwasser zu verhindern. Ohne diese Belüftung wäre das ökologische Gleichgewicht bereits kollabiert. Eine langfristige Verbesserung ist jedoch nur möglich, wenn der Eintrag von Phosphor drastisch reduziert wird. Die Hauptquelle dafür ist die intensive Tierhaltung, insbesondere die Schweinezucht.

Erfreulicherweise bemühen sich heute viele Landwirte und Schweinezüchter darum, ihren Phosphoreintrag zu senken und einen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität zu leisten. Im Kanton Luzern leben erstmals seit Jahren wieder mehr Menschen als Schweine – ein hoffnungsvoller Indikator. Doch ohne eine markante Reduktion der Tierbestände wird die Sanierung der Mittellandseen kaum gelingen. Vor über 50 Jahren ermutigte das Landwirtschaftsamt des Kantons die Bauern zur Umstellung ihrer Betriebe auf Schweinehaltung, um den «Butterberg» abzubauen. Heute muss es erneut handeln – diesmal in die entgegengesetzte Richtung.

Es braucht jetzt innovative und nachhaltige Lösungen, um von der intensiven Tierhaltung wegzukommen und unsere Gewässer langfristig zu schützen. Nur so können wir sicherstellen, dass unser Trinkwasser auch in Zukunft von hoher Qualität bleibt – und unsere Seen nicht nur sauber aussehen, sondern es auch wirklich sind.

Edi Frei

16. April 25

Für mehr bezahlbaren Wohnraum in Sursee

Stellungnahme der SP Sursee zur Teilrevision der Ortsplanung.

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Die SP Sursee hat im Rahmen der öffentlichen Auflage zur Teilrevision der Ortsplanung eine Stellungnahme eingereicht. Auch wenn wir als politische Partei gemäss § 207 PBG kein Einspracherecht haben, erlaubt uns § 6 Abs. 3 lit. b PBG, unsere Anliegen in Form einer Meinungsäusserung einzubringen.

Unsere Stadt steht vor grossen Herausforderungen im Bereich des Wohnens. Die SP Sursee hat bereits im Jahr 2013 die Initiative «für erschwinglichen Wohnraum» lanciert – ein Zeichen dafür, wie lange wir uns bereits für dieses zentrale Anliegen engagieren. Damals erkannte der Stadtrat den Handlungsbedarf und plante im Neufeld ein Projekt für preisgünstigen Wohnraum, das leider nicht realisiert wurde.

Heute – mehr als zehn Jahre später – ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt weiterhin hoch. Die Leerwohnungsziffer ist tief, bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Zwar gelten in der Schweiz offiziell keine Marktmieten – doch ohne zentrale Prüfung der Mietzinse sieht die Realität oft anders aus. Gerade Menschen mit geringem Einkommen, Alleinerziehende oder Familien sind von dieser Entwicklung besonders betroffen.

Unsere Forderung: Im Rahmen der Teilrevision sollen verbindliche Anforderungen für sozialen Wohnungsbau geprüft und – wo möglich – in die Planung aufgenommen werden. Besonders das Gebiet Münchrüti Süd bietet laut den öffentlich aufgelegten Unterlagen Potenzial: Wir schlagen konkret vor, im Gestaltungsplan von Anhang 6 (S.13) eine Quote von mindestens 20 % sozialem Wohnungsbau festzuschreiben.

Damit würde die Stadt Sursee ein klares Signal setzen: Bezahlbares Wohnen ist ein Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit – und wir übernehmen Verantwortung für die Menschen, die hier leben.