Die Natur verhandelt nicht

(Politblog von Yvonne Zemp Baumgartner, SP Sursee / erschienen in der Surseer Woche)

„Die Natur verhandelt nicht“, diese Aussage habe ich kürzlich an einer Veranstaltung aufgeschnappt. Die klimatischen und auch biologischen Veränderungen werden schon lange dokumentiert. Das Faktenwissen ist bis jetzt nur langsam ins Bewusstsein der breiten Bevölkerung gelangt. Doch nun gehen die Entwicklungen plötzlich rasant. Etwas, was die Wissenschaft vorhergesagt hat. Wir diskutieren im „Wasserschloss Europas“ plötzlich über Wasserknappheit. Der Grundwasserspiegel sinkt, nicht nur in Sursee und Umgebung. Wir sichern uns ab, indem wir aus anderen Regionen Wasser zuführen können. Das Wasser wird nicht nur knapp, auch zur Qualität müssen wir Sorge tragen. Unsere landwirtschaftlichen Flächen verlieren an Humus und somit an Ernteertrag. Die Umstände haben nichts mit linker Ideologie zu tun, sondern mit dem akzeptieren von klaren Fakten und den logischen Konsequenzen daraus.

Junge Menschen die jede Woche auf die Strasse gehen, nehmen die Fakten ernst Sie haben echte Ängste, kämpfen für ihre Zukunft und wollen Verantwortung übernehmen. Auch wir Erwachsenen müssen uns aus der Komfortzone bewegen und die Ängste der Jungen und vor allem die Zeichen der Natur ernst nehmen.

Wie würde wohl ein Unternehmer, eine Unternehmerin handeln, wenn die Faktenlage so eindeutig ist? Sie oder er würde vermutlich nach der genauen Diagnose zuerst eine Strategieanpassung vornehmen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Was macht die Politik? Der Kanton Luzern gibt aktuell weiterhin Geld aus für die Planung grosser neuer Strassen (ich spreche nicht von Sanierungen) in der Stadt und auf dem Land. Das gleiche gilt auf nationaler Ebene. Das Motto ist nach wir vor: Ökonomie vor Ökologie. Zum Glück hat die Region Sursee Plus weitsichtig schon vor Jahren eingesehen, dass es keine neue Umfahrungsstrasse durch den Surseerwald braucht. Dafür aber mehr öV und Langsamverkehr.

Wir sind alle vor Ort gefordert, griffige, nachhaltige Massnahmen umzusetzen. Neben der Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs- Stichwort Radwege, motivieren Umweltkommissionen die Bevölkerung, die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu verhindern z.B. mit Quartierkühlschränken für überschüssige Nahrungsmittel. E-Autoverleih und Tauschbörsen sind ebenfalls gute Aktivitäten. Es braucht diese kleinen, individuellen Schritte unter dem Aspekt der Eigenverantwortung.

Wir kommen trotzdem nicht um die grossen politischen Schritte mit einer klaren Steuerung herum z.B. den Grund und Boden generell besser zu schützen. Umweltsünden wie die Verschmutzungen von Luft und Wasser zu vermeiden, aktuelle Planungen z.B. Stassenneubauprojekte nochmals zu hinterfragen. Auch Lenkungsabgaben und gewisse Verbote werden die Folge sein.

So wie es für das Unternehmen entscheidend ist, frühzeitig zu handeln und die Veränderung innnovativ anzugehen, um auf dem harten Markt überleben zu können, braucht es unsere Einsicht: Wir werden schlussendlich an unserem Tun gemessen. „Die Natur verhandelt nicht“.


Parteitag der SP Kanton Luzern Samstag, 16. Februar 2019 im Rathaus Sursee

Über 170 Personen versammelten sich in der Tuchlaube des Surseer Rathauses....weiterlesen

 

 

Mitwirkung Therma-Areal-Stellungnahme zum Bebauungsplan

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